Ich möchte mehr Nähe. Nähe und Alleinsein schließen sich nicht aus.


Nähe und Alleinsein sind zwei Pole. Vermeintlich.

Während Einsamkeit ein Verlorenheitsgefühl ist, heißt Alleinsein: bei sich sein, für sich sein, sich dabei gut zu fühlen, sich aufzuladen.


Auch wenn ich allein bin, kann ich mich einem Menschen nahe fühlen. Denn ich habe eine Verbindung, die nicht auf körperlicher Anwesenheit beruht. Einsam kann man sich auch zwischen Menschen fühlen. Denn es fehlt die mentale oder seelische Verbindung.


Um sich mit anderen verbunden zu fühlen, muss eine nicht-körperliche Ebene ins Spiel kommen. Nähe ist nicht körperlich. Wenn ich jemandem körperlich nahe bin, kann ich entweder einsam sein - oder Nähe fühlen. Der Unterschied ist das Zusammenspiel der Ebenen. Bei Angst vor Nähe ist die mentale oder seelische Ebene die Ansprechpartnerin.


Nähe ist: jemanden an mein Inneres heranzulassen. Mich zeigen, wie ich bin. Das ist schwieriger, als sich zu entkleiden.


Wenn ich mich zeige, wie ich bin, habe ich eine gute Verbindung zu anderen. Dann verstelle ich mich nicht, dann trage ich keine Maske. Dann kann ich mit anderen auf Augenhöhe kommunizieren. Dann kann Nähe entstehen. Wirkliche Nähe. Die nicht auf die Anwesenheit der anderen angewiesen ist. Denn dann gibt es eine weitreichendere Verbindung. Dann kann ich allein sein und trotzdem nah.


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